Studierende stehen vor einer ihrer größten Herausforderung beim Beginn ihres Studiums: Die Finanzierung. Je nachdem, wo sich der Studienort befindet, im Inland oder Ausland, ergeben sich unterschiedliche Anforderungen und Umstände. Finanzielle Sicherheit während des Studiums funktioniert nur mit einer frühzeitigen Planung.
Welche Optionen gibt es?
Was ist sinnvoll und was kann kombiniert werden?
Überblick: Kostenfaktoren im Studium
Studiengebühren: Hierzulande fallen die Studiengebühren eher gering aus. Ausnahmen gibt es bei den privaten Hochschulen. Doch vergleicht man die Situation in Deutschland mit dem Ausland, stellt sich der finanzielle Aufwand völlig anders dar. Teils werden pro Semester bei einem Studium im Ausland von wenigen Hundert bis zu mehreren Tausend Euro fällig.
Lebenshaltungskosten: Neben der Finanzierung des Studiums muss das Leben als Student selbst finanziert werden. Miete fällt an. Entweder in der Wohngemeinschaft, in einem Studentenwohnheim oder in der eigenen Wohnung. Die Kosten für die Verpflegung sind nicht zu unterschätzen. Die Frage ist Mensa oder Selbstkochen? Lässt sich beides kostengünstiger kombinieren? Wie hoch sind die Preise für Lebensmittel im Supermarkt – eine Frage, die gerade beim Aufenthalt im Ausland entsteht. Des Weiteren fallen Kosten für die Mobilität an. Wie kommt der Student von zu Hause in die Uni? Lohnt sich ein Semesterticket oder ist es mit dem Fahrrad günstiger? Könnte der Student sich ein Auto leisten bzw. finanzieren?
Zusatzkosten: Über all die Basiskosten hinaus entstehen Zusatzkosten. Bücher, Software, Computer – all das kostet Geld. Auch die Krankenversicherung und Haftpflichtversicherung will bezahlt sein.
Einmalige Kosten: Neben laufenden Kosten können einmalige entstehen, beispielsweise durch Umzug. Beim Auslandsstudium fallen Visa- und Reisekosten an. Sprachekurse und Sprachtests können mit Zusatzkosten verbunden sein.
Finanzierungsmöglichkeiten im Inland
BAföG
Um BAföG zu erhalten, müssen die Anspruchsvoraussetzungen geklärt sein. Faktoren, wie Einkommen der Eltern und eigenes Vermögen, spielen dabei eine Rolle. Die Höchstförderung steht aktuell bei ca. 934 € pro Monat. Die Rückzahlung ist zinsfrei bis maximal 10.000 €.
Stipendien
Das Stipendium kann leistungsorientiert erfolgen, bspw. das Deutschlandstipendium. Oder ausgerichtet nach dem Bedarf. Hier kommen Stiftungen und kirchliche Organisationen mit ins Spiel. Stipendien gibt es auch für bestimmte Zielgruppen, wie Frauen in MINT oder Studierende mit Kindern.
| Fakt: Über 40 % der Studierenden arbeiten neben dem Studium |
Studienkredite
Die Anbieter für Studentenkredite sind KfW, Sparkassen und privaten Banken. Zinssätze und Tilgungsbeginn werden relevant. Risiken sind nicht ausgeschlossen: die Verschuldung nach dem Ende des Studiums.
Nebenjobs
Nebenjobs von Studenten lassen sich im Rahmen von Werkstudententätigkeiten durchführen. Dabei gelten 20 Stunden pro Woche als Obergrenze. Minijobs sind steuerfrei – die Höchstgrenzen werden regelmäßig angepasst. Freibeträge für Studierende werden im Zusammenhang mit steuerlichen Aspekten interessant.
Familienunterstützung
Letztendlich kann auch die Familie das Studium unterstützen. Für Eltern können sich steuerliche Vorteile ergeben (Kindergeld, Kinderfreibetrag). Eine Kombination mit BAföG ist dabei möglich.
Finanzierungsmöglichkeiten im Ausland
| Auslands-BAföG | Höhere Fördersätze für Lebenshaltung und Reisekosten Zuschüsse für Studiengebühren bis 4.600 € |
| Internationale Stipendien | DAAD, Erasmus+, Fulbright, länderspezifische Programme Bewerbung oft 6–12 Monate vor Studienbeginn |
| Studienkredite für Auslandsstudium | Spezielle Angebote für internationale Studierende Währungsrisiko beachten |
| Jobmöglichkeiten im Gastland | Arbeitsgenehmigung prüfen (Visa-Bedingungen) Sprachkenntnisse als Voraussetzung |
| Förderprogramme der Gastuniversität | Tuition Waivers, Research Assistantships Teilweise auch Wohnkostenzuschüsse |
Praktische Tipps zur Finanzierungsplanung
Eine frühzeitige Kalkulation ist eine gute Vorrausetzung, erfolgreich finanziell die Studienzeit zu planen. Bei der Budgetplanung sollten Förderprogramme und Stipendien miteinbezogen werden. Diese müssen rechtzeitig beantragt werden. Zu prüfen wären Kombinationen aus mehrere Finanzierungsquellen. Für unerwartete Ausgaben könnte ein Notfallpuffer ausgleichen, der natürlich erst angelegt werden muss. Rückzahloptionen und Kreditkonditionen lohnt es sich gegenüberzustellen. Eine wertvolle Hilfe können Finanztools bieten: BAföG-Rechner oder Stipendien-Datenbanken.
Risiken und Absicherung
Eine realistische Rückzahlungsplanung sollte in den Fokus gestellt werden. Damit lässt sich das Verschuldungsrisiko bei Studienkrediten reduzieren. Die Wechselkursentwicklung spielt beim Auslandsstudium eine Rolle und kann ein Verlustrisiko ergeben, da sich der Wert der eigenen Währung gegenüber der Landeswährung verändern kann und somit die tatsächlichen Kosten für Studiengebühren, Lebenshaltung und andere Ausgaben steigen können.
Absicherung durch Versicherungen
Pflicht fürs Ausland ist die Krankenversicherung. Auch eine Haftpflichtversicherung ist obligatorisch. Zu einer Rückzahlungsstrategie nach Studienabschluss ließen sich verschiedene Tilgungspläne nutzen. Beispielsweise einkommensabhängige Tilgungen oder Sondertilgungen.
Fazit
Studienzeit ist investierte Zeit in die Zukunft. Studenten stehen vielerlei Optionen bei der Finanzierung zur Wahl. Der Schlüssel zum Erfolg einer guten finanziellen Absicherung während und für das Studium ist eine frühzeitige Planung und das Einholen von Beratung. Internationale Netzwerke und Programme bieten Chance für Studenten.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Studienfinanzierung
Wie hoch ist der maximale BAföG-Satz für ein Auslandsstudium?
Der BAföG-Satz für Studenten, die im Ausland studieren, liegt etwas über den Inlands-Satz. Maximal in der Regel für 2026 bei rund 1.000 bis 1.200 Euro monatlich. Jedoch spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Zum einen werden die höheren Lebenshaltungskosten, Reisekosten und Auslandskrankenversicherung berücksichtigt. Zum anderen hängt der Satz vom Land ab und den individuellen Voraussetzungen. Für die Studiengebühren können Zuschüsse fließen, die aber nicht 5.600 Euro für maximal ein Jahr betragen. Auch Reisekostenzuschüsse sind möglich. BAföG-Rechner und das zuständige BAföG-Amt bieten genauere Informationen.
Welche Stipendien sind für Erstsemester besonders geeignet?
Größere Begabtenförderungswerke (bspw. die Studienstiftung des deutschen Volkes, das Deutschlandstipendium oder Stipendien privater Stiftungen und Hochschulen) bieten sich für Erstsemester an. Zusatzprogramme sind möglich, die speziell auf bestimmte Studienrichtungen, soziales Engagement oder besondere Lebensumstände geschaffen sind. Studiendatenbanken stehen für Recherche zur Verfügung. Gerade Erstsemester werden bei vielen Programmen gezielt angesprochen. Der Bewerbungszeitraum für Stipendien spielt sich meist vor dem Studienbeginn ab oder im ersten Semester.
Lohnt sich ein Studienkredit trotz Zinsen?
Der Studienkredit mag eine sinnvolle Ergänzung bieten. Vor allem, wenn andere Finanzierungsmöglichkeiten nicht ausreichend sind. Besonders relevant ist daher der Vergleich von Konditionen verschiedenen Anbieter und eine realitätsbezogene Planung der Tilgung. Zinsen spielen für den Finanzrahmen eine wesentliche Rolle und sollten daher besonders in den Vergleich einbezogen werden. Auch flexible Rückzahlungsoptionen sind interessant, die sich beispielsweise an das Einkommen nach dem Studium richten; vorzeitige Sondertilgungen könnten näher in Betracht gezogen werden. Empfehlenswert wird ein Studentenkredit, wenn sich die finanzielle Belastung gut planen lässt und das Kapital für eine Absicherung genutzt werden kann; allerdings ohne sich auf lange Frist zu verschulden.
Kann ich BAföG und Stipendium kombinieren?
Kombinationen sind grundsätzlich möglich. Aber es gelten Höchstgrenzen beim Einkommen. Sind Leistung und Begabung die Basis für ein Stipendium, wird BAföG meist nur anteilig kalkuliert. Das Stipendium kann in diesem Rahmen auch bis zu einer Freigrenze anrechnungsfrei bleiben. Es lohnt sich, die genauen Regelungen beim BAföG-Amt und beim Stipendiengeber zu erfragen, um die optimale Finanzierungsstrategie zu wählen.
(Bildquelle: Pixabay.com – CC0 Public Domain)